News

Was wird aus den Tennisplätzen Elkenroth?

veröffentlicht von Markus Solbach am [PUBL_DATE]
News >>

Artikel aus der Rhein Zeitung vom 28.11.2012

Wird aus dem Tennisplatz ein Hockeyfeld?

Freizeit SG Westerwald will die Anlage in Elkenroth anderweitig nutzen – Ortschef Peter Schwan ist dagegen

Von unserem Redakteur

Daniel Weber

 

M Elkenroth. Fliegen in Elkenroth bald Hockeybälle statt Filzkugeln? Die SG Westerwald als Pächterin der örtlichen Tennisplätze denkt über eine neue Nutzung der Anlage nach. Der Sportverein mit Sitz in Gebhardshain will die rote Asche gegen ein multifunktionales Kunstrasenspielfeld austauschen und einen entsprechenden Antrag bei der Ortsgemeinde einreichen. Schon in der nächsten Sitzung des Elkenrother Gemeinderates am Donnerstag, 6. Dezember, könnte das Vorhaben zur Sprache kommen.

Hintergrund der Idee sei, dass man auf den beiden Sandplätzen in Elkenroth seit Jahren kaum noch Meisterschaftsspiele austrage, sagt SGW-Geschäftsführer Hans Martin Lindlohr, die Vier-Platz-Anlage in Gebhardshain decke den Bedarf ab. „Nur die Herren 60 und ein paar Spieler aus Elkenroth haben die Anlage bis zuletzt intensiv genutzt und auch in Schuss gehalten – unterstützt von der Ortsgemeinde.“

Schon vor einiger Zeit hat die SGW-Tennisabteilung den Betrieb der Plätze an den Hauptverein übergeben. Noch bis Juli dieses Jahres beteiligte sie sich aber zu einem Drittel an den Unterhaltungskosten. „Schließlich“, so Lindlohr, „wurde dort ja noch Tennis gespielt – wenn auch in geringem Umfang.“ Inzwischen aber habe die Tennisabteilung die Plätze in Elkenroth endgültig aufgegeben. „Für die zwei oder drei Spieler ist das uninteressant“, sagt Lindlohr, „immerhin stehen hier laufende Kosten von jährlich 1500 Euro im Raum.“

Ganz verzichten auf das Gelände möchte die SGW aber nicht, zumal sie laut Lindlohr in den vergangenen Jahren mehr als 1000 Euro in Reparaturen, Wasser- und Stromanschluss investiert hat. Die Plätze sind gepflegt, umzäunt, eine Vereinshütte ist vorhanden und auch eine Gerätegarage neben der Schulturnhalle. Im Vorstand machte man sich deshalb Gedanken, ob und wie man die Anlage für weitere Sportarten nutzen könnte – etwa für Ringtennis, Faustball oder Volleyball, weiterhin aber auch für Tennis. Inzwischen hat die Hockeyabteilung der SGW Interesse angemeldet, würde die Anlage gern als Trainingsstätte nutzen.

Hierfür müsste freilich der Belag ausgetauscht werden. Der SGW favorisiert Kunstrasen, hat laut Lindlohr bereits ein günstiges Angebot für „schon genutztes, aber einwandfreies Material“ vorliegen. „Der Hersteller sagt, dass man ohne Weiteres auch Tennis drauf spielen kann. Die einzige Frage ist dann nur, welche Markierungen man letztlich aufbringt.“

Lindlohr betont, der SGW als überörtlichem Verein sei daran gelegen, in Elkenroth weiterhin ein Standbein zu haben: „Und vielleicht kann man ja bei der Jugend dort auch Interesse für neue Sportarten wecken. Der große Tennisboom nach Boris und Steffi ist eben längst vorbei.“

Das weiß Elkenroths Ortsbürgermeister Peter Schwan (FWG) auch, er sagt aber: „Wenn es morgen einen neuen Stern am Tennishimmel gibt, kann es wieder ganz anderes aussehen. Schwan macht keinen Hehl daraus, dass er von der Idee der SGW nichts hält und die Anlage lieber in ihrer jetzigen Form erhalten möchte. „Wenn wir die Plätze jetzt aufgeben, werden wir so schnell keine neuen mehr bekommen“, gibt er zu bedenken. Zudem sei fraglich, ob auf dem Multifunktions-Kunstrasen überhaupt Meisterschaftsspiele im Tennis stattfinden dürften. Andere Sport- und Freizeitmöglichkeiten gebe es in Elkenroth indes zur Genüge – Schwan verweist auf das Minispielfeld, die Skateranlage und den gerade erst umgebauten Sportplatz.

Was den „Frühjahrsputz“ auf den Tennisplätzen betrifft, so habe man mit der SGW in den vergangenen Jahren „regelrechte Kämpfe“ ausgetragen, sagt Schwan. Die Ortsgemeinde beteilige sich mit 30 Prozent an der Unterhaltung, übernehme seit Jahren schon die kompletten Kosten für Strom und Wasser. Der Ortsbürgermeister pocht auf die Pachtvereinbarungen: „Wenn die SGW den Verpflichtungen nicht nachkommt, sind wir gehalten, den Vertrag zu kündigen. Dann muss man sehen, ob sich vielleicht eine Tennisabteilung beim SV Hildburg gründet.“ Potenzial hierfür sei in jedem Fall vorhanden. Der Platz werde von sieben, acht Leuten nach wie vor rege genutzt – auch für Trainingsstunden. Und dann gebe es im Ort ja auch noch Hotelgäste.

Schwan sieht in den Plänen der SGW sogar „einen Versuch, den Tennissport ganz aus Elkenroth weg- und nach Gebhardshain zu ziehen“. Für ihn steht fest: „Ich werde nicht dafür stimmen.“ Die Entscheidung fällt aber letztlich im Elkenrother Rat. SGW-Geschäftsführer Lindlohr sagt: „Wird die Idee dort abgelehnt, ist die Sache für uns gegessen.“ Zeit für eine gemeinsame Lösung gäbe aber dann immer noch reichlich: Der Pachtvertrag zwischen Gemeinde und SGW läuft noch bis zum 31. Dezember 2081 ...

RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Mittwoch, 28. November 2012, Seite 26 (0 Views)

Letze Änderung: 28.11.2012 um 08:51

zurück